Nachmittags

Es ist kurz vor 14 Uhr. Flotte Klänge sorgen für Stimmung. Einige Zuschauer tanzen schon an den Absperrungen. Die 1997 geborenen Jungen sind gerade durch die Zielgerade, dort, wo Helmut Röder vom TV Losheim steht. Er sagt: „Alles läuft super – bis auf die üblichen Erschöpfungserscheinungen.“ Noch drei Durchgänge.

Mal Sonnenschein, mal dräuende Wolken. Moderator Charly Scherer beschwört noch einmal den Wettergott: „Es sind Schauer angekündigt, aber eine Stunde kann es so – wie es jetzt ist – ruhig noch bleiben. Dann ist Schluss und es wird abgebaut.“

Die Mädchen des Jahrgangs 1995 bis 1996 laufen gerade ins Ziel ein. Sie reißen die Arme in die Höhe, genau so wie es alle Schülerinnen und Schüler vor ihnen auch getan haben, weil sie so besser Luft bekommen. Noch zwei Durchgänge.

Alles läuft wie am Schnürchen. Die Läufer (1996) der vorletzten Runde sind im Ziel, der 13. und letzte Lauf ist gerade gestartet. Es sind die Jungen, die 1995 geboren worden sind.

Bei den Organisatoren macht sich Zufriedenheit breit. Moderator Charly Scherer sagt: „Es ist vollbracht.“ Auch Werner Klein ist mit dem Ablauf rundum zufrieden: „Wir liegen absolut im Zeitplan, es gab keine großen Störungen.“ Und Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich freut sich, dass „die Kids so begeistert bei der Sache waren“.

Mittags

Die Mädchen des Jahrgangs 1998 trudeln am Vorstart ein. Dort werfen die vielen freiwilligen Helfer vom Saarländischen Leichtathletikbund (SLB) noch einmal ein prüfendes Auge auf den Chip, der an ihren Turnschuhen befestigt ist. Wenn der nicht richtig sitzt, funktioniert auch die Zeiterfassung nicht. Die Jungen der Altersstufe 1999 sind derweil auf der Stecke. Die besten Teilnehmerinnen aus Lauf fünf erhalten gerade ihre Urkunden und Preise.

Schlangen bilden sich vor den Essensständen: Es gibt Nudeln mit Tomatensauce, Crépes, Würstchen und Pommes rot-weiß.

Unter den zig Teilnehmern und Zuschauern taucht Ex-Profi-Handballer Christian Schwarzer auf. Er findet die Schullaufmeisterschaften „super“ und schiebt gleich hinterher: „Jugend und Sport ist immer ein wichtiges Thema. Wenn man sieht, wie viele Mädchen und Jungen hier mobilisiert wurden – einfach klasse.“

Die Landrätin des Landkreises Merzig-Wadern, Daniela Schlegel-Friedrich, der Bürgermeister von Losheim am See, Lothar Christ, Frank Jakobs von der Sparkasse Merzig-Wadern und Gerd Meyer, Präsident des Landessportverbandes Saarland, sind ebenfalls vorbeigekommen. Meyer ganz begeistert: „Es ist beeindruckend, dass Sport immer noch so begeistert“ und schickte ein „riesiges Kompliment“ an die Veranstalter: den Landkreis Merzig-Wadern, die Gemeinde Losheim am See, die Talenteförderung Saar, das saarländische Bildungsministerium und den SLB. Bei den Schullaufmeisterschaften seien schon einige Talente gefunden worden, sagt er noch.

In den Zelten des Roten Kreuzes liegen einige Mädchen und Jungen flach. Sie sind mit ihren Kräften am Ende. „Bislang ist noch nichts Dramatisches passiert – ein paar Schürfwunden und Erschöpfte. Gott sei Dank, spielt das Wetter mit, es ist nicht zu heiß“, sagt ein Rettungsassistent.

Am Getränkestand nahe dem Ziel füllen zwei Mitarbeiterinnen des Landkreises gerade Wasser und Apfelsaft in etliche Plastikbecher ¬– zur Erfischung der Läuferinnen des Jahrgangs 1998, die in Kürze einlaufen werden.

Vormittags

„128 Schulen aus dem ganzen Saarland und 4700 Schüler nehmen an den 11. saarländischen Schullaufmeisterschaften teil“, sagt Moderator Charly Scherer begeistert. „Damit veranstalten wir den größten Schülerlauf in ganz Deutschland.“

Mit Kabelbindern befestigen die Läuferinnen und Läufer eine Chipkarte zur Zeiterfassung an den Turnschuhen. „Schön einen Doppelknoten machen, damit die Karten beim Laufen nicht verloren gehen“, sagt er zu den Kids, die sich schon auf den ersten Lauf freuen, der um 10. 30 Uhr startet. „Denkt daran: Fair play ist wichtig“, gibt der Moderator den jungen Läufern noch mit auf den Weg.

Vor dem ersten Lauf dehnen und stretchen sich die jungen Sportler. „Du musst viel Traubenzucker essen“, weiß einer. Überall stehen Schülergruppen zusammen, viele haben sich mit Pavillons ihren eigenen Unterschlupf gebaut, wo sie ihre Taschen lagern können. Ob rot, blau oder gelb – farbige T-Shirts beherrschen das grün der Landschaft. Als Erkennungszeichen haben sich die Schüler unterschiedlich gekleidet.

Vier Mädels von der Grundschule Sonnenfeld bereiten sich auf den Lauf vor und machen gemeinsam Dehnübungen. Die kleine Hazal ist zuversichtlich, schließlich wurde sie letztes Jahr 15. in ihrer Altersgruppe.

Vor der ersten Runde gibt es von Karin Becker vom Landessportverband Saar noch Tipps: „Nicht zu schnell anfangen, dann könnt ihr locker und ruhig bis zum Schluss durchlaufen.“ Insgesamt gibt es 13 Läufe, wobei gleich beim ersten die meisten Nachwuchssportler an den Start gingen. 500 Mädchen, Jahrgang 2001 und jünger, aus dem ganzen Saarland drängelten sich durch die Vorstartzone in den Startbereich. Ganz hibbelig warteten sie dort auf den Startschuss, den Joachim Brill von der Kreisverwaltung Merzig-Wadern gab.

Fast pünktlich um kurz nach halb elf fiel der Schuss und los ging’s! Ohne besondere Vorkommnisse startete der erste Lauf.

Mit frenetischem Beifall sind die ersten Läuferinnen der Jahrgangsstufe 2001 und jünger gegen 10.40 Uhr im Ziel empfangen worden: Miriam und Katrin Marx von der Grundschule Bachem-Britten, gefolgt von Anika Petto von der Grundschule Hilbringen. Sonderlich anstrengend schien die 1,9 Kilometer lange Strecke für die drei Mädchen nicht gewesen zu sein, denn sie waren kaum aus der Puste. Andere Mitläuferinnen wiederum konnten sich fast nicht mehr auf den Beinen halten. Cheforganisator Werner Klein vom Landkreis Merzig-Wadern kommentierte den Start so: „Wenn das erste Ding gelaufen ist, ist alles super.“

Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich wird die Sieger der ersten vier Durchgänge um 12 Uhr gratulieren und ihnen ihre Preise überreichen. Für die ersten Drei gibt es jeweils einen Rucksack, dazu erhält der Sieger jeweils einen 20-Euro-Gutschein von Amazon und der oder die Zweite jeweils ein T-Shirt.

Morgens

Bereits um 7.30 Uhr laufen die letzten Vorbereitungen auf Hochtouren. „Alles läuft nach Plan“, sagt Cheforganisator Werner Klein vom Landkreis Merzig-Wadern. Das wechselhafte Wetter wird den rund 5000 Teilnehmern nichts anhaben. „Die Anzahl der Läufer ist im Vergleich zu den Vorjahren absoluter Rekord“, freut er sich.

Eineinhalb Stunden vor dem Start ist schon einiges los: Die ersten Busse voller Schüler trudeln ein. Die Jungen und Mädchen sammeln sich nach Schulen an verschiedenen Plätzen, laufen sich warm, stärken sich mit ihren Vesperbroten oder hopsen schon ganz aufgeregt mit ihren Startnummern durch die Gegend.

Damit die Kommunikation unter den Organisatoren auf dem ganzen Gelände auch funktioniert, ziehen Mitarbeiter der Kreisverwaltung Merzig-Wadern Kabel für die Telefonverbindungen. „Das ist wie vor 60 Jahren“, witzelt einer, „aber es funktioniert prima!“

Das Deutsche Rote Kreuz ist mit rund 60 Frauen und Männern aus dem Landkreis Merzig-Wadern vor Ort. Sie sorgen nicht nur für Sicherheit und medizinischen Beistand, sondern kümmern sich auch um das leibliche Wohl der Organisatoren: Mit Wurst- und Käsewecken, Obst, Kaffee und Tee können sich die Helfer den ganzen Tag stärken.